Eizellen einfrieren: Eine Option für später offenhalten

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Das Leben verläuft nicht immer in der Reihenfolge, die wir geplant haben. Karriere, Beziehung, Gesundheit oder einfach das Gefühl „noch nicht“. Das Einfrieren von Eizellen ist eine Möglichkeit, sich die Chance auf spätere Kinder offenzuhalten. Eine Garantie ist es aber nicht. Dieser Ratgeber soll dir helfen, gut informiert zu entscheiden.

Zwei verschiedene Situationen

  • Einfrieren aus medizinischen Gründen: Vor einer Behandlung, die die Eizellen schädigen kann, etwa einer Krebstherapie. Neben der Chemotherapie kann auch die Behandlung mancher Autoimmunerkrankungen dazugehören.
  • Social Freezing: Ohne medizinischen Grund, als Vorsorge für die Zukunft. In Deutschland ist das erlaubt.

Wer zahlt?

  • Einfrieren aus medizinischen Gründen: Ist eine Behandlung geplant, die die Eizellen schädigen kann, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse das Einfrieren. Der Anspruch gilt bis zum 40. Geburtstag; eine Untergrenze gibt es nicht.
  • Social Freezing: Die Krankenkasse zahlt nicht, du trägst die Kosten selbst.

Wichtig: Um die eingefrorenen Eizellen später zu nutzen, brauchst du eine Kinderwunschbehandlung. Für eine Beteiligung der gesetzlichen Krankenkasse daran gelten eigene Voraussetzungen, etwa Ehe und ein Alter unter 40. Details findest du in unserem Ratgeber „Kinderwunschbehandlung in Deutschland“.

Was kostet es?

  • Ein Zyklus (Hormonbehandlung, Eizellentnahme, Einfrieren) kostet in Deutschland etwa 3.000–4.000 €.
  • Die Lagerung kostet etwa 300–400 € pro Jahr.
  • Viele Frauen brauchen zwei oder drei Zyklen, um genug Eizellen zu gewinnen.

Lass dir von der Klinik unbedingt einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben. Frag, ob die Medikamente im Preis enthalten sind und wie viel die Lagerung kostet.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

  • Fachleute sehen das ideale Alter meist zwischen Ende 20 und Anfang 30, möglichst vor 35.
  • Ab etwa 35 steigt die Wahrscheinlichkeit von Chromosomenfehlern in den Eizellen.
  • Die zwei wichtigsten Faktoren für den Erfolg sind das Alter bei der Entnahme und die Zahl der eingefrorenen Eizellen.

Realistische Erwartungen: Eingefrorene Eizellen sind eine Option, keine Garantie für ein Baby. Frag in der Klinik nach den geschätzten Erfolgsraten für dein Alter und deine Eizellreserve (AMH-Test).

Der Ablauf Schritt für Schritt

  1. Erstgespräch und Untersuchungen: Mit Ultraschall und AMH-Test wird die Eizellreserve geprüft.
  2. Hormonbehandlung: Etwa zwei Wochen lang werden die Eierstöcke mit Spritzen stimuliert, die du dir selbst gibst.
  3. Eizellentnahme: Ein Eingriff von etwa 15–20 Minuten unter kurzer Narkose.
  4. Einfrieren: Die Eizellen werden mit einem sehr schnellen Verfahren eingefroren (Vitrifikation) und in flüssigem Stickstoff gelagert.

Wohin in Berlin?

  • Deine Frauenärztin: Für die erste Beratung und die Überweisung.
  • Kinderwunschzentren: Viele Zentren in Berlin bieten das Einfrieren von Eizellen an. Sprich mit mehreren und vergleiche die Preise.
  • Vor einer Krebstherapie: Das Netzwerk FertiPROTEKT vereint Zentren für den Fruchtbarkeitserhalt aus medizinischen Gründen. Sprich dein Behandlungsteam schon beim ersten Termin darauf an.

Praktische Tipps von Frauen

  • Halte deinen Kalender frei. Während der Hormonbehandlung kann es häufige Kontrolltermine geben.
  • Hab jemanden dabei. Bitte eine vertraute Person, dich am Tag der Entnahme abzuholen. Nach einer Narkose darfst du nicht allein nach Hause gehen.

Dieser Abschnitt wächst mit den Erfahrungen der Frauen in der BACIM-Community. Wenn dir etwas geholfen hat, teile es gern mit uns.

Quellen

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand der Informationen: Oktober 2026.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln können sich ändern; prüfe wichtige Entscheidungen bei der zuständigen Stelle.

Häufige Fragen zu diesem Thema

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