Sexuelle Gesundheit: Tests, Verhütung und Unterstützung in Berlin

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Sexuelle Gesundheit ist ein Teil der Gesundheit. Dafür muss sich niemand schämen. In Deutschland wirkt das System auf den ersten Blick aber oft verwirrend: Was kostenlos ist und was nicht, wohin du gehen kannst und wer dir ohne Vorurteile hilft. Dieser Ratgeber beantwortet diese Fragen.

Tests: Wer zahlt?

  • Wenn du Beschwerden hast (etwa Ausfluss, Brennen, Juckreiz oder Wunden) oder bei deinem Partner eine Infektion festgestellt wurde, zahlt die gesetzliche Krankenkasse den Test.
  • Chlamydien-Screening: Bis zum 25. Geburtstag einmal im Jahr kostenlos. Chlamydien verursachen oft keine Beschwerden, können unbehandelt aber zu Unfruchtbarkeit führen. Deshalb ist dieses Screening so wichtig.
  • Wenn du keine Beschwerden hast: Tests in der Arztpraxis sind oft kostenpflichtig. Es ist bekannt, dass Frauen in Berlin nur schwer kostenlose Testangebote finden. Deshalb sind die kostenlosen und günstigen Möglichkeiten unten besonders wichtig.

Wohin in Berlin?

  • Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung: In Berlin gibt es fünf Zentren: Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Mitte (Wedding) und Steglitz-Zehlendorf. Dort gibt es Beratung und Tests zu HIV und STI, auf Wunsch anonym. In Marzahn-Hellersdorf kostet ein HIV-Test zum Beispiel 10 €, für Menschen mit geringem Einkommen ist er kostenlos. Die Zentren sind für alle offen, richten sich aber besonders an Menschen ohne Krankenversicherung oder mit wenig Deutschkenntnissen.
  • Checkpoint BLN (Neukölln): Bietet HIV- und STI-Tests, PrEP und Beratung. Für Menschen mit geringem Einkommen sind die Tests kostenlos. Das Angebot richtet sich vor allem an LGBTQI*-Personen.
  • Deine Frauenärztin: Die erste Anlaufstelle, wenn du Beschwerden hast. Ohne Beschwerden frag vorher nach den Kosten.

Verhütung: Kenne deine Rechte

  • Bis zum 22. Geburtstag zahlt die gesetzliche Krankenkasse verschreibungspflichtige Verhütungsmittel wie Pille, Spirale oder Implantat. Einsetzen und Entfernen sind inklusive. Du zahlst höchstens die gesetzliche Rezeptgebühr.
  • Ab 22 Jahren mit geringem Einkommen: Berlin übernimmt die Kosten für verschreibungspflichtige Verhütungsmittel, auch Kondome. Du musst in Berlin gemeldet sein. Den Antrag stellst du in den Zentren für sexuelle Gesundheit. Bitte deine Ärztin um ein Privatrezept auf Papier, nicht um ein E-Rezept. In den Zentren können auch Spirale oder Implantat kostenlos eingesetzt werden.

Schutz vor HIV: PrEP

PrEP ist ein Medikament, das vor HIV schützt. Für Menschen mit hohem HIV-Risiko zahlt die gesetzliche Krankenkasse. Ob es für dich passt, kannst du mit einer HIV-Schwerpunktpraxis oder in den Zentren für sexuelle Gesundheit besprechen.

Beratung und Unterstützung

  • pro familia Berlin: Berät zu Verhütung, sexueller Gesundheit, Schwangerschaft und Beziehungen.
  • Wenn du sexuelle Gewalt erlebt hast: Hol dir sofort Hilfe. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichst du rund um die Uhr kostenlos unter 116 016. Die Beratung gibt es in vielen Sprachen, auch auf Türkisch. Im Notfall ruf die 110 an.

Praktische Tipps von Frauen

  • Ruf früh an. Die Termine in den Zentren für sexuelle Gesundheit sind schnell vergeben.
  • Such dir eine Ärztin, bei der du dich wohlfühlst. Wenn du dich verurteilt fühlst, hast du das Recht, zu einer anderen Praxis zu gehen.

Dieser Abschnitt wächst mit den Erfahrungen der Frauen in der BACIM-Community. Wenn dir etwas geholfen hat, teile es gern mit uns.

Quellen

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung. Stand der Informationen: Oktober 2026.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln können sich ändern; prüfe wichtige Entscheidungen bei der zuständigen Stelle.

Häufige Fragen zu diesem Thema

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