Ein anderer Weg zur Familie: Adoption

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Eine Adoption ist ein schöner Weg, einem Kind ein Zuhause zu geben. Bevor du anfängst, ist ein realistisches Bild aber wichtig: In Deutschland warten viel mehr Familien auf eine Adoption, als es Kinder gibt, die adoptiert werden können.

Das realistische Bild

2025 wurden in Deutschland 3.517 Kinder adoptiert, so wenige wie seit 1990 nicht mehr. Die meisten Adoptionen, etwa 75 %, sind Stiefkindadoptionen, also die Adoption des Kindes der Partnerin oder des Partners. Ein großer Teil davon sind Adoptionen eines Kindes, das in einer Beziehung zweier Frauen geboren wurde, durch die Partnerin. Die Adoption eines Kindes ohne familiäre Verbindung (Fremdadoption) ist viel seltener. Deshalb können die Wartezeiten lang sein.

Wer kann adoptieren?

  • Alter: Du musst mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren muss eine Person mindestens 25 und die andere mindestens 21 sein. Eine Höchstgrenze gibt es nicht, aber der Altersabstand soll zu einer natürlichen Eltern-Kind-Beziehung passen.
  • Ehepaare können ein Kind nur gemeinsam adoptieren. Verheiratete Frauenpaare haben dieselben Rechte.
  • Bei unverheirateten Paaren adoptiert zuerst eine Person das Kind. Danach kann die andere Person das Kind ebenfalls adoptieren (Sukzessivadoption).
  • Alleinstehende können ebenfalls adoptieren.
  • Bei der Eignungsprüfung geht es um Gesundheit, Stabilität der Beziehung, finanzielle Situation, Wohnung und wie viel Zeit du für ein Kind hast.

Wohin in Berlin?

  • Adoptionsvermittlungsstelle der Senatsverwaltung: Sie ist für Adoptionen in allen 12 Berliner Bezirken zuständig.
  • Adoptionsdienst Berlin: Eine Adoptionsvermittlungsstelle, die Caritas und Diakonie gemeinsam führen.
  • Adoption aus dem Ausland: Läuft über die Zentrale Adoptionsstelle Berlin-Brandenburg (ZABB) oder zugelassene freie Träger.

Schritt für Schritt

  1. Infoabend oder Erstgespräch: Du bekommst Informationen, ohne dich schon zu verpflichten.
  2. Bewerbung: Du füllst ein Formular aus und gibst deine Unterlagen ab (Gesundheitszeugnis, Führungszeugnis, Einkommensnachweise, Lebensbericht).
  3. Eignungsprüfung: Es gibt mehrere Gespräche und mindestens einen Hausbesuch. Eine feste Dauer gibt es nicht; es kann Monate dauern.
  4. Vorbereitungsseminare: Die meisten Stellen erwarten, dass Bewerberinnen und Bewerber daran teilnehmen.
  5. Vermittlung: Wenn für ein Kind eine passende Familie gesucht wird, meldet sich die Stelle bei dir. Diese Wartezeit kann Jahre dauern.
  6. Adoptionspflege: Das Kind lebt zunächst eine Zeit lang bei dir, meist etwa ein Jahr.
  7. Familiengericht: Das Familiengericht spricht die Adoption aus.

Formen der Adoption

  • Offene Adoption: Es gibt direkten Kontakt zur Herkunftsfamilie des Kindes.
  • Halboffen: Der Kontakt läuft über die Adoptionsvermittlungsstelle.
  • Inkognito-Adoption: Die Familien kennen sich nicht.

In jedem Fall hat das Kind das Recht, seine Herkunft zu kennen. Ab 16 Jahren kann es seine Adoptionsakte einsehen.

Eine Alternative: Pflegefamilie

Manche Kinder können nicht bei ihrer Familie leben, aber auch nicht adoptiert werden. Sie wachsen in Pflegefamilien auf. Der Bedarf ist sehr groß. In Berlin kannst du dich an den Pflegekinderdienst des Jugendamts in deinem Bezirk wenden.

Was du als Migrantin wissen solltest

  • Für den Antrag musst du in Berlin wohnen.
  • Bist du türkische Staatsangehörige, sind auch Fragen wie die Anerkennung einer deutschen Adoption in der Türkei und die Staatsangehörigkeit des Kindes wichtig. Wir empfehlen, dich vor dem Antrag von einer Fachanwältin für Familienrecht beraten zu lassen.

Praktische Tipps von Frauen

  • Lerne andere Familien kennen. Geh zu Treffen von Adoptivfamilien. Senatsverwaltung, Adoptionsdienst und ZABB laden gemeinsam dazu ein.
  • Nutze die Wartezeit gut. Du kannst diese Zeit nutzen, um deine Beziehung und dein Unterstützungsnetz zu stärken.

Dieser Abschnitt wächst mit den Erfahrungen der Frauen in der BACIM-Community. Wenn dir etwas geholfen hat, teile es gern mit uns.

Quellen

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Stand der Informationen: Oktober 2026.

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln können sich ändern; prüfe wichtige Entscheidungen bei der zuständigen Stelle.

Häufige Fragen zu diesem Thema

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